Das passende Garn für den Klöppelbrief zu
haben ist wichtig, weil man 1 zu 1 auf der Vorlage arbeitet. Zu
dickes Garn würde nicht zwischen die Nadeln passen und die
Spitze formlos und klobig aussehen lassen; bei zu dünnem Garn
fehlt ihr die Stabilität.
Traditionell verwendet man zum Klöppeln spezielle
Leinenzwirne. Dazu finden Sie hier
Basis-Informationen.
Garnstärken
Wir arbeiten auf Klöppelbriefen, die auf eine bestimmte
Garnstärke
abgestimmt sind. Darum sind einige Informationen dazu wichtig.
Es gibt im Wesentlichen zwei Arten von
Stärkenbezeichnungen:
• Nm - numerisch
metrisch (berechnet in Metern) — Nm 60/2 bedeutet: 60 Meter aus
2 Fäden wiegen 2 Gramm
• NeL - numerisch
englisch Leinen (berechnet in Yard) — NeL 60/2 bedeutet: 60Yard
aus 2 Fäden wiegen 2 Gramm
Beide Angaben sind also nicht ohne weiters vergleichbar. Am
üblichsten ist bei uns die Angabe in NeL.
Als Stärkenangabe finden sich zwei Zahlen, die durch einen
Schrägstrich getrennt sind, z.B. 60/2.
Die vordere Zahl ist die eigentliche Stärkenbezeichnung, die
hintere zeigt an, aus wie vielen Fäden das Garn gezwirnt ist,
in dem Fall aus zweien.
Je höher die vordere Zahl, desto feiner das Garn. 40/2 wäre
also dicker als 60/2 und 80/2 wäre dünner.
Gebräuchlich sind auch 3-fädige Garne.
Ein Garn der Stärke 60/3 wäre 1/3 dicker als 60/2, denn bei
gleichem Gewicht jedes Fadens ist ein Faden mehr
enthalten.
Wenn man von 2fädigem (z.B. 40/2) zu 3fädigem umrechnen möchte,
teilt man die vordere Zahl durch die hintere, also 40 : 2 = 20.
Für ein dreifädiges Garn müsste man mit 3 multiplizieren und
käme auf 60/3. Damit könnte man 40/2 durch 60/3 ersetzen.

B egytish catoen 140/2,
C egyptish catoen 36/2,
D Franks Baumwollgarn 20/3,
E Goldschild Leinen 50/3,
F Bockens Leinen 35/2,
G Goldschild Leinen 18/3
ABER: Tatsächlich können Garne mit derselben Bezeichnung bei unterschiedlichen Herstellern etwas unterschiedlich ausfallen. Martina Wolter-Kampmann führt in ihrem Buch "Faden und Brief" nicht nur eine umfangreiche Liste von Garnvergleichen auf, sie erklärt auch vieles über die unterschiedlichen Maße. Sie führt eine (kostenpflichtige) "Fadendatenbank", in der sie eine Unmenge von Garnen nach einer selbst entwickelten Methode miteinander vergleicht.
Für besonders feine Spitzen muss man heute auf
Baumwollgarn, z.B. egyptish catoen, zurückgreifen.
Noch ein Tipp: Leinengarn verträgt keine Sonne
und sollte nicht austrocknen, weil es dann leichter reißt. Man
kann zum Anfeuchten auf eine angefangene Spitze ein feuchtes
Tuch auflegen, aber die Stecknadeln sollten dann rostfrei sein.
Zwirnung
Es gibt zwei unterschiedliche Zwirn-Richtungen.
Leinen-Klöppelgarn ist in der Regel „S“-gezwirnt.
Am besten können Sie Ihr Garn überprüfen, indem Sie ein Stück
Faden zwischen leicht angefeuchtete Daumen und Zeigefinger
beider Hände halten und den Faden mit der rechten Hand zu sich
hin, links von sich weg zwirbeln. Bei S-Zwirnung öffnet sich
der Faden und zeigt, aus wie vielen Einzelfäden er gezwirnt
ist. Wenn er sich zuzwirbelt und fester wird, ist es eine
Z-Zwirnung.

Farbtöne beim Leinengarn
Leinengarn gibt es zunächst in drei Bleichstufen (heutzutage
häufig entsprechend gefärbt)
• ungebleicht (mit grau-, braun- oder
grünlichem Ton, je nach Art des Flachses),
• halbgebleicht (gebrochen weiß /
leicht gelblich) und
• weiß oder fast weiß also 3/4 oder 4/4
gebleicht .
Und es gibt selbstverständlich Leinenzwirn in großen Farbpaletten.

